veröffentlicht am 31.07.2015 von

Viele Arbeitsverhältnisse in Deutschland werden durch Tarifverträge ausgestaltet. Hier werden die Arbeitsvertragsbedingungen nicht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandelt (oder vom Arbeitgeber vorgegeben), sondern im Arbeitsvertrag wird lediglich eine Inbezugnahme auf den geltenden Tarifvertrag aufgenommen, der dann die Arbeitsbedingungen enthält.

Der Tarifvertrag wird von den Tarifvertragsparteien (Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite und Arbeitgeber oder Arbeitgeberverbände auf Arbeitgeberseite) geschlossen. Er ist oftmals in verschiedene Tarifverträge (meistens zumindest Manteltarifvertrag, Entgeltrahmentarifvertrag und Entgelttarifvertrag) unterteilt. Im Manteltarifvertrag sind die Normen über Abschluss, Inhalt und Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Urlaub, Entgeltfortzahlung etc. geregelt. Der Entgeltrahmentarifvertrag enthält die Eingruppierungsregelungen und der Entgelttarifvertrag die tatsächliche Vergütung. Darüber hinaus werden die Rechte und Pflichten der Tarifvertragsparteien sowie betriebliche und betriebsverfassungsrechtliche Fragen geregelt.

Grundsätzlich gelten Tarifverträge nur zwingend für tarifgebundene Personen, also für Arbeitnehmer, die Mitglied der Gewerkschaft sind, sowie für Arbeitgeber, die selbst Tarifvertragspartei oder Mitglied des Arbeitgeberverbandes sind. Es gibt jedoch auch eine Geltung der Tarifverträge über Allgemeinverbindlichkeitserklärungen oder Inbezugnahmen. Hier gilt es im Einzelfall herauszufinden, welcher Tarifvertrag wirksam für ein Arbeitsverhältnis vereinbart ist und was dieser beinhaltet.

Zurück zum Lexikon