veröffentlicht am 31.07.2015 von

Schwerbehinderte Arbeitnehmer und diesen Menschen gleichgestellte Arbeitnehmer erlangen nach dem SGB IX (Sozialgesetzbuch Neuntes Buch) nach sechs Monaten Beschäftigung bei einem Arbeitgeber einen besonderen Kündigungsschutz und haben unter anderem einen Anspruch auf behindertengerechte Ausstattung ihres Arbeitsplatzes sowie auf zusätzlichen bezahlten Urlaub.

Eine Behinderung liegt vor, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit einer Person mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Wochen von dem Zustand, der normalerweise für das entsprechende Lebensalter typisch ist, abweicht und aus diesem Grund die Teilhabe dieser Person am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Eine Schwerbehinderung liegt dann vor, wenn ein Arbeitnehmer einen Grad der Behinderung von wenigstens 50 hat und diese in einem Bescheid vom Versorgungsamt festgestellt wurde – oder zumindest nach Antragsstellung nachträglich festgestellt wird. Gleichgestellt sind solche Arbeitnehmer, bei denen ein Grad der Behinderung von mindestens 30 festgestellt wurde und welche die Gleichstellung bei der Agentur für Arbeit beantragt haben.

Darüber hinaus besteht grundsätzlich eine Verpflichtung des Arbeitgebers, ab einer gewissen Betriebsgröße einen bestimmten Prozentsatz an schwerbehinderten Arbeitnehmern zu beschäftigen, nicht wegen der Behinderung zu diskriminieren sowie bei öffentlichen Arbeitgebern schon im Bewerbungsverfahren die Bewerbungen schwerbehinderter Menschen besonders zu berücksichtigen.

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