veröffentlicht am 31.07.2015 von

Auch leitende Angestellte sind Arbeitnehmer im weiteren Sinne. Sie unterscheiden sich jedoch von den „normalen“ Arbeitnehmern dadurch, dass sie in eigener Verantwortung und somit auch mit einem gewissen Spielraum (meist im Rahmen einer Generalvollmacht oder Prokura) Aufgaben des Arbeitgebers wahrnehmen. Ein Beispiel hierfür ist die Berechtigung, andere Arbeitnehmer selbstständig einzustellen oder zu entlassen.

Die leitenden Angestellten haben gegenüber dem Arbeitgeber höhere Treuepflichten als die anderen Arbeitnehmer. Im Gegenzug gelten für sie im Allgemeinen zwar auch die gleichen Gesetze wie für die „normalen“ Arbeitnehmer, jedoch nicht alle bzw. nicht in ihrer Gesamtheit. So gilt das Betriebsverfassungsgesetz nicht; sie wählen aber den sog. Sprecherausschuss.

Vorsicht ist geboten, wenn ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer explizit als leitenden Angestellten benennt, aber tatsächlich gar keine entsprechenden Befugnisse bestehen. Denn dies dient oft nur dazu, dem Arbeitnehmer bestimmte Rechte abzuschneiden. Häufig ist ein Arbeitnehmer deshalb kein „Leitender“ im Sinne des Gesetzes, sodass er sich weiterhin auf die vollen Arbeitnehmerrechte berufen kann.

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