veröffentlicht am 31.07.2015 von

Wenn der Arbeitgeber seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern (z.B. Zulieferern, Arbeitnehmern, sonstigen Vertragspartnern) nicht mehr nachkommen kann, weil er zahlungsunfähig ist, so ist er insolvent. Wenn nunmehr vom Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Arbeitgebers eröffnet werden sollte (oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt wird), kann dies gravierende Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis haben.

Sofern der Arbeitgeber für die Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch Lohn oder Gehalt schuldet, kann der Arbeitnehmer sein Geld vom Arbeitgeber nicht mehr fordern, sondern muss den ausstehenden Betrag beim Insolvenzverwalter als Insolvenzforderung zur Insolvenztabelle anmelden. Allerdings hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, bei der Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld zu beantragen. In diesem Fall zahlt die Agentur für Arbeit den Lohn bzw. das Gehalt des Arbeitnehmers für die Dauer von max. drei Monaten.

Trotz Insolvenz gelten weiterhin die Vorschriften des Kündigungsschutzgesetzes. Der Arbeitgeber – nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Insolvenzverwalter, der dann die Arbeitgeberstellung einnimmt – kann das Arbeitsverhältnis also nicht allein wegen der Insolvenz kündigen, sondern benötigt zur Kündigung weiterhin einen betriebsbedingten, verhaltensbedingten oder personenbedingten Grund. Auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestehen deshalb häufig gute Möglichkeiten, eine Abfindung auszuhandeln oder auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu klagen.

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