veröffentlicht am 31.07.2015 von

Entsteht durch eine Handlung oder pflichtwidriges Unterlassen einer Person ein Schaden, so ist der Schädiger nach den allgemeinen Vorschriften zum Schadenersatz verpflichtet. Bei einem Arbeitnehmer gilt dies zwar grundsätzlich auch, jedoch ist die Haftung des Arbeitnehmers aufgrund seiner Weisungsgebundenheit und der Fremdbestimmtheit der Arbeitsleistung begrenzt.

So ist z.B. die Haftung beschränkt, wenn er einen Arbeitskollegen verletzt, da hier die gesetzliche Unfallversicherung eintritt. Des Weiteren gibt es den sog. innerbetrieblichen Schadensausgleich. Hierbei erfolgt eine Abstufung der Haftung nach der Schwere des Verschuldens. Sie reicht von einer vollständigen Übernahme durch den Arbeitgeber bei leichtester Fahrlässigkeit über eine Quotelung bei mittlerer Fahrlässigkeit bis hin zur vollständigen Haftung des Arbeitnehmers bei grober Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz. Aber selbst bei grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer regelmäßig nur bis zu einem maximalen Schadensbetrag in Höhe von drei Gehältern.

Der Arbeitnehmer, der auf Schadensersatz in Anspruch genommen wird, sollte daher stets prüfen, ob eine vollständige Übernahme des Schadens wirklich angezeigt ist. Sofern der Arbeitgeber den vollen Schadensbetrag geltend macht, muss er nachweisen, dass der Arbeitnehmer grob fahrlässig, also leichtfertig gehandelt hat, was nur selten möglich ist.

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